Geschichte
Seit mehr als 100 Jahren und in vierter Generation darf unsere Familie Gäste im Hotel Säntis am Appenzeller Landsgemeindeplatz begrüssen. In dieser Zeit hat sich nicht nur das Haus verändert, sondern auch unsere Klientel, die Philosophie und natürlich auch die Gastgeber.
Jubiläumszeitung «100 Jahre Familie Heeb»
Seit über 100 Jahren und in fünfter Generation darf unsere Familie Gäste im Hotel Säntis am Appenzeller Landsgemeindeplatz begrüssen. In dieser Zeit hat sich nicht nur das Haus verändert, sondern auch unser Klientel, die Philosophie und natürlich auch die Gastgeber.
Tauchen Sie ein in unsere Familiengeschichte und erfahren Sie Erstaunliches, Skurriles und längst Vergessenes über unser Zuhause – den «Säntis».
Videobeitrag «100 Jahre Familie Heeb»
Zeitstrahl
1919
Kauf des Hotel Säntis
Karl Locher von der gleichnamigen Brauerei verkauft am 10. Mai 1919 den Gasthof Säntis an Franz Anton
Heeb-Fritsche zum Preis von 55 000 Franken.
1925
Zweite Generation
Nachdem die Eltern beide im Alter von rund 60 Jahren verstarben, übernahm mit Josef Anton und Luise Heeb-Signer die zweite Heeb-Generation den Betrieb zum Preis von 60’000 Franken. Josef Heeb war vor seinem Hotellerie-Einstieg als Chauffeur tätig.
Mit der Übernahme des «Säntis» verkaufte Josef Anton Heeb-Signer sein Transportgeschäft an Emil Stucki, «Zebra», Appenzell.
1939-1945
Kauf des Hotel Säntis
Die Familie Heeb war während den Kriegsjahren dank
ihres Bauernhofes Selbstversorgerin. Trotz der entbehrungsreichen Zeiten kam deshalb im Hotel Säntis ab und an ein Braten auf den Tisch
1948
Kauf des Hotel Säntis
In der Nachkriegszeit verleiht Johannes Hugentobler der «Säntis»-Fassade mit neuen Motiven und dem prägnanten, rötlichen Grundton neue Strahlkraft. Zahlreiche Hausfassaden in der Appenzeller Hauptgasse tragen Hugentoblers Handschrift.
1960
Josef Anton Heeb-Signer pflegte im Hotel Säntis gerne regen Kontakt zur landwirtschaftlichen Bevölkerung. Dass 1960 die Viehschau letztmals auf dem Landsgemeindeplatz stattfand, bedauerte er denn auch sehr. Seinen Unmut bekam der damalige Bauherr Emil Breitenmoser – «Spatz» genannt – zu spüren. Der Regierungsrat hatte die Teerung des Landsgemeindeplatzes und die damit einhergehende Verschiebung der Viehschau auf den Brauereiplatz zu verantworten.
Währenddessen trat mit Josef Heeb jun. die dritte Generation in die elterlichen Fussstapfen. An der Hotelfachschule in Neuenburg genoss der Appenzeller mitten unter jungen Frauen seinen Sonderstatus: «Meine Mitschülerinnen umsorgten mich sehr. So brauchte ich während meiner Lehrzeit nie selbst Zahnpasta einzukaufen oder das ungeliebte Ämtchen des Kartoffelschälens zu übernehmen», erinnert sich Josef Heeb. Nicht zuletzt dank einer Westschweizer Freundin lernte er die französische Sprache ziemlich schnell. Nach der Lehre holte sich Josef Heeb zusätzliches berufliches Rüstzeug im Hotel Schweizerhof in Lenzerheide, im Zürcher 5-Sterne Haus «Baur Au Lac», am Rheinknie im Hotel Euler und im Hotel Walhalla in St.Gallen. Während eines Balls im St.Galler Hotel Ekkehard, zu dem Hotelangestellte der Umgebung geladen waren, lernte Josef Heeb die in Zell am Ziller aufgewachsene Annemarie Drach kennen.
1961
Annemarie Drach und Josef Heeb heiraten. Am 9. Dezember wird Sohn Thomas geboren. Josef Heeb-Drach arbeitet zu einem Jahreslohn von 1800 Franken im elterlichen Betrieb mit. Im Jahr darauf erhält der junge Familienvater ein Jahressalär von 3800 Franken.
1963
Im Geburtsjahr von Stefan Heeb kaufen seine Eltern
Josef Anton und Annemarie Heeb-Drach das Hotel Säntis für 350 000 Franken.
1963/1964
Josef Anton Heeb-Signer, hier mit seiner Frau Luise, war auch nach dem Verkauf an seinen Sohn fast täglich im «Säntis» präsent und bereitete jeweils das Frühstück für die Gäste und seine Enkelkinder zu. Zudem erledigte
er auf seiner Schreibmaschine kleinere, administrative Aufgaben. Mit den verschiedenen Umbau- und Erweiterungsplänen von Josef Anton jun. konnte er sich nur schwer anfreunden.
1964 kommt mit Gabriela die erste Tochter von Josef Anton und Annemarie Heeb-Drach zur Welt.
Auch wenn Josef Heebs Vater nicht begeistert ist,
baut er den bisher «einfachen Gasthof» zu einem
Hotel mit 40 Betten aus.
1967
Sepp Heeb wird geboren. Im selben Jahr wird zulasten der bisherigen Küche, die neue «Landsgmendstobe» gebaut. Das Bauvorhaben kann aber nicht ohne Nebengeräusche realisiert werden: Josef Heeb-Drach plant den «Säntis» gen Osten, in Richtung «3 Eidgenossen» zu unterkellern, um mehr Platz zu gewinnen. Diese Pläne stiessen aber auf so grossen Widerstand, dass ein einjähriger Baustopp die Folge war. Schliesslich kam es zur Kompromisslösung mit dem galerieähnlichen Trottoir und der etwas kleineren «Landsgmendstobe».
1969
Im «Säntis» fühlen sich seit Jahrzehnten Gäste aus aller Welt wohl. Um den wachsenden Ansprüchen der internationalen Gäste gerecht zu werden, erhalten die in die Jahre gekommenen, spartanischen Altbauzimmer neuen Komfort.
1970
Just am Dreikönigstag 1970 erblickt Annette, das Nesthäkchen der Familie Heeb-Drach, das Licht der Welt.
1973
April 1973: Vor dem «Säntis» geht es hoch her: Nur
zwei Jahre nach der nationalen Einführung stimmen die Innerrhoder Männer auf dem Landsgemeindeplatz über die Einführung des Frauenstimmrechtes auf kantonaler und kommunaler Ebene ab. Eine Mehrheit spricht sich gegen das Frauenstimmrecht aus.
1974/1975
Damit die siebenköpfige Familie Heeb-Drach mehr
Platz erhält, wird der «Säntis» aufgestockt und eine
grosszügige Privatwohnung gebaut.
1977
In diesem Jahr versteckt sich das Hotel Säntis während der Landsgemeinde hinter einem massiven Stahlgerüst. Wegen Frost und Schnee kann der Appenzeller Maler Peter Sparr die Arbeiten nicht fristgerecht bis zum letzten April-Sonntag vollenden. Aber bereits im Mai erstrahlen die 1948 von Johannes Hugentobler kreierten Fassadenmotive in alter Frische.
1980
Die Hotelhalle wird neu gestaltet und die
Toilettenanlagen saniert.
1981
Die Hotelküche, die Gaststube, das Speisezimmer und
der grosse Saal erstrahlen in neuem Glanz.
Der «Säntis» darf sich ab sofort «Romantik Hotel» nennen und tritt der internationalen «Romantik Hotels & Restaurants»-Kette bei.
1982
Die Gartenwirtschaft wird umgebaut und vergrössert. Neu verfügt das Hotel über einen grosszügigen Aufenthaltsraum. Ebenfalls 1982 wird an der Landsgemeinde dem Stimmrecht für Frauen auf kantonaler und kommunaler Ebene zum zweiten Mal eine Absage erteilt. Stefan Heeb beendet die Kochlehre im renommierten Luxushotel «Palace» in St. Moritz.
1985
Nach seiner Kochlehre absolviert Stefan Heeb in Zürich die Hotelfachschule.
1986
Dank persönlichen Kontakten zu Richard Handl, dem
«Hilton» Fernost-Generaldirektor mit Appenzeller
Wurzeln, arbeiten alle drei Söhne von Annemarie und Josef Heeb-Drach einige Monate für die Hotelkette in Tokio. So auch Stefan, der Richard Handl ein Jahr lang im Managementbereich unterstützt.
1987
Josef Heeb-Drach erleidet in Irland einen schweren
Autounfall, bei dem er beinahe ums Leben kommt.
Noch heute spürt er die Folgen dieses Unfalls. Annemarie Heeb übernimmt nach diesem Schicksalsschlag die Leitung des Familienbetriebes – mit Erfolg: 1988 konnte der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um rund eine halbe Million Franken gesteigert werden. Stefan Heeb kündigt seine Anstellung in Zürich und steigt auf Bitte seiner Eltern im Familienbetrieb ein.
1990
Für internationales Aufsehen sorgt in diesem Jahr die Landsgemeinde: Zum dritten Mal spricht sich eine Mehrheit der Innerrhoder Männer gegen die Einführung des kantonalen und kommunalen Frauenstimmrechts aus. Somit ist Innerrhoden der einzige Schweizer Kanton ohne Frauenstimmrecht.
Die Kunstmalerin Sibylle Neff, die direkt am Landsgemeindeplatz wohnt, enerviert sich ob diesem Entscheid dermassen, dass sie während der Versammlung lautstark Porzellanteller aus dem Fenster wirft. Auch andere Innerrhoderinnen geben nach diesem dritten Nein nicht klein bei und legen staatsrechtliche Beschwerde gegen diesen Landsgemeinde-Entscheidein. Mit Erfolg: Im November 1990 trifft der Bundesgerichtsentscheid in Appenzell ein, der besagt, dass Frauen ab sofort auch in Innerrhoden über freies Stimm- und Wahlrecht verfügen.
1991
Es wird farbiger und weiblicher auf dem Landsgemeindeplatz: Am letzten Aprilsonntag dürfen erstmals auch Frauen in den «Ring» treten und über die politische Zukunft des Kantons befinden. «Manche Frauen aber auch Männer hatten Tränen der Rührung in den Augen»,
erinnert sich Josef Heeb-Drach an diese geschichtsträchtige Landsgemeinde. Die junge Schottin Catriona Paton macht in ihren Semesterferien – sie studiert in Glasgow deutsche und französische Literatur – ein Praktikum im «Säntis» um ihr Deutsch zu vertiefen. Der Juniorchef und die 19-Jährige aus Dunblane finden Gefallen aneinander. Zunächst kehrt Catriona aber nach der Sommersaison zurück nach Schottland, um ihr Studium abzuschliessen.
1992
Catriona Paton kommt zurück nach Appenzell und tritt ihre Festanstellung im Hotel Säntis an.
1993
Catriona Paton und Stefan Heeb übernehmen die offizielle Betriebsleitung des «Säntis». Die Familie Heeb kauft das westliche Nachbarshaus, «Lidwines Haus», das nach ihrer letzten Besitzerin, der Schneiderin Lidwine Mazenauer, benannt ist. Die damit einhergehende Abbruch- und Neubaubewilligung wird noch zwei Jahre auf sich warten lassen. An den Neubau wird die Bedingung gestellt, dass er als autonomes Haus konzipiert sein muss – mit eigenem Eingang,
Treppenhaus und einer vom Hotel Säntis unabhängigen Grundrissstruktur.
1994
Catriona Paton und Stefan Heeb heiraten.
1995
Catriona und Stefan Heeb-Paton kaufen am 1. Januar
1995 den «Säntis». Im selben Jahr kommt Töchterchen Stephanie zur Welt.
1996
Das an das Hotel Säntis grenzende «Lidwines Haus»
wird abgerissen. Das Häuschen, das vermutlich wie das Hotel Säntis im 18. Jahrhundert erbaut wurde, wird ersetzt durch einen 3 Millionen Franken teuren Neubau. Damit verfügt der Familienbetrieb nun zusätzlich über einen modernen Seminarraum sowie sechs neue Junior-Suiten, eine Bar und eine Saunalandschaft. Insgesamt umfasst das Hotel jetzt 37 Zimmer mit insgesamt 70 Betten.
1997
Am 1. März findet die offizielle Eröffnung des Erweiterungsbaus statt. Und das neue, zusätzliche Angebot findet Anklang: Für den Frühling und Sommer 1997 sind bereits rund 900 Seminar-Übernachtungen gebucht. In seinem Grusswort gratuliert Landammann Carlo Schmid der Familie Heeb zu ihrem Mut, in dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit in die Zukunft zu investieren. Gleichzeitig streicht der Innerrhoder Regierungsrat auch die grosse volkswirtschaftliche Bedeutung des
Tourismus für den Kanton hervor, der mit dem neuen Angebot eine weitere qualitative Steigerung erfahre. Im selben Jahr erhält der «Säntis» seinen vierten Stern gemäss den SHV-Anforderungen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Betrieb das einzige 4 Sterne-Haus im Dorf Appenzell. Küchenchef René Moser und sein Team erkochen für den «Säntis» einen zusätzlichen «GaultMillau»-Punkt. Insgesamt sind es nun 14 «GaultMillau»-Punkte, die der
«Säntis» sein Eigen nennen darf. Privat wird dieses ereignisreiche Jahr durch die Geburt von Silvan gekrönt.
1999
Der gesamte 3. Stock des Stammhauses wird komplett saniert. Die Hotelzimmer sind nun grosszügiger und verfügen über neue Nasszellen. Stuart Heeb erblickt das Licht der Welt.
2000/2001
Der Appenzeller Künstler Adalbert Fässler sen., der bereits das Farbkonzept für das Nebengebäude erstellt
hat, bringt nun Fassadenmalereien am ehemaligen
«Lidwines Haus» an. Die Hotelküche wird komplett umgebaut. Neu kann die Küchenbrigade auf Induktionsflächen zurückgreifen.
2002
Die Familie Walker-Knechtle verkauft das Hotel Hecht an der Hauptgasse in Appenzell an Catriona und Stefan Heeb. Das Haus wird von nun an als «Garni Plus» betrieben. Mittlerweile ist der ganze «Hecht» komplett kernsaniert. Zugunsten des Komforts wurde die Zimmeranzahl von 52 auf 38 reduziert.
2003
Auch im «Säntis» wird erneut gebaut: Sechs Nasszellen werden auf den neusten Stand gebracht und der Saal erhält eine optische Neugestaltung dank neuen Vorhängen, Farben und Beleuchtung.
2005
Acht Zimmer im Haupthaus des «Säntis» werden komplett umgebaut (Baujahr: 1963).
2006
Die Familie Heeb bekommt mit der Geburt von Söhnchen Sean erneut Zuwachs.
2007
Totalumbau von acht weiteren Zimmern mit Baujahr 1963.
2008
Mit der Geburt von Scott am 10. Mai, ist das Glück der
Familie Heeb-Paton komplett. Die Kinder wachsen zweisprachig auf.
2009
Totalumbau von weiteren acht Zimmern im «Säntis»-Neubau. Sämtliche Zimmer sind jetzt saniert und neuzeitlich gestaltet.
2010
Im März verstirbt Annemarie Heeb-Drach im Alter von 78 Jahren.
2011
Die Familie Heeb erleidet einen tragischen Schicksalsschlag: Der 5-jährige Sean verunglückt beim Skiliftfahren tödlich.
2013
Die Aussenfassade des Romantik Hotel Säntis erstrahlt in neuem Glanz und die Hotelgäste profitieren ab sofort von einem elektronischen Zutrittssystem.
2016
Die Familie Heeb-Paton erweitert mit dem Kauf des
Hotel Löwen in Appenzell ihr Angebot erneut. Der
«Löwen» wird als klassisches Hotel Garni («Bed &
Breakfast») betrieben und Schritt für Schritt umgebaut. Die drei Häuser verfügen über insgesamt 102 Zimmer. In der Hauptsaison (Frühling–Herbst) ist ein rund 50-köpfiges Team um das Gästewohl besorgt.
2019
Am 10. Mai vor hundert Jahren kam die Familie Heeb
in den Besitz des «Säntis» am Landsgemeindeplatz in Appenzell.
2021
Trotz der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie blickt die Familie Heeb nach vorne und investiert in rund 20 neue Badezimmer.
2026
Silvan Heeb übernimmt die drei Häuser in 5. Generation von seinen Eltern. Die gemeinsame Dachmarke «Appenzeller Hotels» bildet den nächsten Schritt, um die bereits teilweise zentralisierte Organisation weiter zu bündeln.
Das fachliche Fundament legte Silvan Heeb mit einem Bachelor an der Universität St. Gallen (HSG) und dem Abschluss als dipl. Hotelier-Gastronom an der Hotelfachschule Zürich. Wertvolle Praxiserfahrung sammelte er zunächst im «Hotel Seidenhof» in Zürich während eines Praktikums unter Matthias Ramer. Anschliessend war er zwei Jahre als Restaurantleiter im «Bad Ramsach Quellhotel» tätig – unter der Leitung von Hermann Mazotti und als Teil der «Balance Familie», die im Besitz von Rhéane und Felix Suhner ist.